Wiesenschüler proben drei Tage lang

Erstellt von Uwe Klemens || Berufsorientierung 

BILDUNG: Schlüssel zum Beruf

JÜTERBOG - Was ist schon dabei, einen durcheinandergeratenen Stapel gelber Zettel in Ordnung zu bringen? Das mögen die Achtklässler der Wiesenoberschule gestern Vormittag gedacht haben. Doch die richtige Reihenfolge, die der bis 200 durchnummerierte Zettelstapel am Ende haben sollte, war nicht das, worum es eigentlich ging.

Wichtiger war es, zu erkennen, wie man als Gruppe agieren muss, damit Aufgaben am besten gelöst werden können. „Sozialkompetenz“ ist einer der Schlüsselbegriffe, um die es gestern ging. Noch heute und Morgen dreht sich für die Wiesenschüler der Jahrgangsstufe acht alles um das Thema Berufsorientierung. Übungen wie die eingangs beschriebene sollen helfen, das eigene Agieren aus der Perspektive künftiger Kollegen und Arbeitgeber zu beurteilen.

Drei Module zur Berufsorientierung absolvieren die Jungen und Mädchen. Im genannten Beispiel wurden zwei Gruppen gebildet. Die „Beobachter“ analysierten das Handeln der „Arbeiter“ und mussten dabei Mitarbeit, Initiative, Disziplin oder den Willen zur Kooperation bewerten. Keine Chance auf dem realen Arbeitsmarkt hätte zum Beispiel jene Mädchengruppe, die einen Mitschüler wegen undeutlichen Sprechens beleidigte und sich an seiner Wut erfreute.

Kriterien für die Vergabe von Zeugnissen wurden gemeinsam besprochen. Lebenslauf und Bewerbungsschreiben waren im dritten Modul zu erarbeiten. In gegenseitigen Interviews sollten die Schüler in Erfahrung bringen, welche beruflichen Vorstellungen ihre Mitschüler bereits haben und wie gut sie diese formulieren können.

Dem dreitägigen Berufsfindungs-Seminar ging in der vorigen Woche der sogenannte Zukunftstag voraus, bei dem die Schüler eintägige Praktika in Betrieben und Institutionen der Region absolvierten. Die Organisation übernahm das Diakonische Werk Teltow-Fläming. Gefördert wird das Projekt aus dem Europäischen Sozialfonds und von der Arge Teltow-Fläming.

„Toll, aber zu kurz“, lautet das Gesamturteil über die Praktika. Fast überall durften die Schüler probeweise mit Hand anlegen.
Quelle: MAZ, Jüterboger Echo, 29.04.09, Autor:Uwe Klemens

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