Arbeiten am Gebäude für den Ganztagsbetrieb an der Wiesenschule sind zwei Monate im Verzug

Erstellt von Alexander Engels || Berufsorientierung 

BILDUNG: Zeit läuft gegen die Baustelle

 

JÜTERBOG - Altlasten im Boden, langer Frost, Wasserschäden und dann auch noch Lieferengpässe beim Material: Die Bauarbeiten für das neue Mehrzweckgebäude der Wiesenoberschule liegen inzwischen zwei Monate hinter dem Zeitplan zurück. Doch das Terminlimit steht, weil das Förderprogramm ausläuft. „Was nicht am 15. Oktober abgerechnet ist, fällt der Stadt auf die Füße“, sagte Jutta Tukai, Sachgebietsleiterin für Bildung, als sich der Jüterboger Sozialausschuss am Dienstagabend ein Bild von der Baustelle machte. Das Land gibt keinen Aufschub.

Kristel Hecht, Projektbetreuerin im Bauamt, und Schulleiter Ralf Mund bestätigten die Brisanz. Immer wieder war es zu Zeitverzug gekommen, seit der Projektantrag als Teil der Ganztagsschulkonzeption 2007 gestellt worden war. Im vorigen Jahr ließ vor allem die Genehmigung des städtischen Haushalts auf sich warten (die MAZ berichtete). Erst im Juli gab die Kommunalaufsicht ihr Einverständnis – da sollten die Bauarbeiten schon begonnen haben.

Beim Abriss der Hortbaracke seien die Bauleute erst auf belastete Anstriche und dann auf Ascheablagerungen im Untergrund gestoßen, berichtete Kristel Hecht. Beides musste als Sondermüll entsorgt werden. Der frühe und langwährende Frost legte die Baustelle lahm. Anschließend musste der bereits eingebrachte Untergrund für den Neubau ausgetauscht werden, weil Stauwasser ihn unbrauchbar gemacht hatte. Die Kosten schnellten um etwa 30 000 Euro in die Höhe. „Wir müssen nun alle Einsparpotenziale nutzen“, sagte Architekt Rüdiger Karl. Er sei optimistisch, dass der Abschlusstermin gehalten wird. Beim Aufbau sei nicht mehr mit Überraschungen zu rechnen.

Der Mehrzweckbau soll Gruppen- und Werkräume, Sanitär- und Umkleidebereiche sowie ein verglastes Foyer enthalten, in dem das Schülercafé unterkommt und das für Veranstaltungen genutzt werden soll. „Er ist nötig, damit wir das Konzept umsetzen können“, sagt Schulleiter Mund.

Ab dem kommenden Schuljahr werden die Klassen sieben bis neun im Ganztagsbetrieb arbeiten. Die Schüler können dienstags bis mittwochs ab 7.30 Uhr und nach 15.45 Uhr die offene Betreuung, Stunden für Hausaufgaben und Freizeitangebote nutzen.

Allerdings regt sich auch Widerstand. In einer 8. Klasse lehnte die Elternversammlung das Konzept ab. Begründung: Die Kinder brauchen mehr privaten Freiraum. „Wenn man aber fragt, was die Schüler denn zu Hause machen, kommt meist nichts“, sagt Mund verärgert. Die Schulkonferenz hielt am Ganztagsbetrieb fest.
Quelle: MAZ, Jüterboger Echo v. 22.05.2009, Autor: Alexander Engels

<< Zurück