Sozialarbeiter Michael Lehmann hat den Schwerpunkt „Gewaltprävention“

Erstellt von Alexander Engels || Berufsorientierung 

SCHULE: Mission: eingreifen, reden und vermitteln

JÜTERBOG - Als Schulsozialarbeiter ist Michael Lehmann sowohl beruflich gezwungen als auch persönlich gewillt, sich der „Tabuthemen“ anzunehmen. Gewalt unter Jugendlichen oder in Familien gehöre dazu, ebenso „sexualisierte Gewalt“, berichtete der Sozialarbeiter an der Wiesenoberschule gegenüber dem Jüterboger Sozialausschuss.

„Das Hauptthema in diesem Jahr ist Gewaltprävention und Gewaltintervention“, sagte Lehmann. Aggressionen äußerten sich unter den Schülern zwischen zwölf und 17 Jahren etwa in Verhaltensauffälligkeiten, in Schulverweigerung, in Mobbing, in verbalen Attacken gegen Lehrer oder auch in Schlägereien. Daher habe der Schulsozialarbeiter sich zu einem Mediator weiterbilden lassen, um Konfliktfälle aufarbeiten zu können. „Ich greife bei Krisen ein, helfe, damit die jungen Leute sich selbst Lösungen erarbeiten, oder vermittle an andere Institutionen weiter.“

Dafür habe Lehmann, der als Jugendkoordinator in Jüterbog tätig ist, sich ein Netzwerk an Kooperationspartnern aufgebaut. So könne man auch gemeinsame Projekte durchführen. Beispielsweise würden in Zusammenarbeit mit dem Jugendtreff „Full House“ Rollenspiele oder Selbsterfahrungskurse angeboten. Erst in der vorigen Woche haben Schüler erstmals eine eigene Schülerzeitung herausgegeben. „Eine Plattform für die eigenen Ansichten – auch den Lehrern gegenüber“, so der Sozialarbeiter.

In den drei Jahren, in denen Lehmann nun tätig ist, habe er sich ein umfassendes Beziehungsgeflecht auch innerhalb der Wiesenschule aufgebaut. Das habe dazu geführt, dass Opfer von Gewalt zu ihm kommen würden. „Ich führe stundenlange Gespräche mit ihnen“, berichtete er, „aber auch die Täter wissen, dass sie nicht an mir vorbeikommen.“

Alkohol oder illegale Drogen sind nach seinem Bericht „momentan ein sehr kleines Problem“ an der Wiesenschule. Im vorigen Jahr habe es viele Veranstaltungen zur Suchtprävention gegeben. Anders sehe es beim Rauchen aus. „In der Schule gibt es ein Rauchverbot und Verstöße werden sanktioniert“, so Lehmann, „aber die Schüler provozieren uns gern damit.“ Viele Eltern würden ihren Kindern den Zigarettenkonsum erlauben.
Quelle: MAZ, Jüterboger Echo vom 24.06.2008, Autor: Alexander Engels

 

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